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Ein Meer von Realitäten

Wie der Reisende die unterschiedlichen Realitäten auf Reisen erlebt, hängt von seinem inneren Konzept ab. Nicht vom Verstand her, sondern emotional.
Reisen ist wie das Leben selbst. Ein emotionales Erleben mit dem menschlichen Drang, die Dinge verstehen zu wollen.
Auf einer langen Reise kommt man um emotionales Fahrwasser nicht herum. Mal ist die See ruhig, mal rau. Also schifft der Reisende mit seinem ganzen emotionalen Können durch unberechenbares Gebiet, immer dem Instinkt folgend, dem Wetter angepasst, mal auf den Kompass schauend und mit erhöhter Wachsamkeit, ebenso wie mit unbändiger Neugierde.
Um durch die verschieden Realitäten zu kommen, muss der Langzeitreisende durch 7 Phasen hindurch.
Sie sind es, die alles Innere formen. Dabei sind sie Behüter, Herausforderer, Überrascher und Bremser zugleich. Eine besser Übung und Vorbereitung für das eigene Leben gibt es nicht.
Die 7 Phasen der Entscheidung
Die ganze Reise unterliegt den 7 Phasen. In jeder Phase trifft der Reisende Entscheidungen. Ob die Reise weitergeführt wird, abgebrochen, vorzeitig beendet oder verlängert wird. Auch sind Reiseroute und Länderauswahl oft spontane Entscheidungen. In jeder Phase gibt es Dinge zu lernen, die sich durch alle Phasen bemerkbar machen. Das gesammelte Wissen, die Erfahrungen bauen aufeinander auf und ergänzen sich. Möglich ist auch ein Wechsel zwischen den Phasen während der gesamten Reise. Es ist nicht wichtig, jede Phase akribisch zu planen. Sinnvoll ist es jedoch, zu bemerken, in welcher Phase man sich befindet und sich selbst in den Phasen zu beobachten. Wie ist der interne Umgang mit jeder Phase? Was für einen persönlichen Denkstil kann der Reisende in jeder Phase ausmachen? Denkt der Reisende eher optimistisch, ressourcenorientiert oder eher pessimistisch, Grenzen verhaftet? Diese Tendenzen in sich selbst zu beobachten ist eines der optimalsten Werkzeuge auf der gesamten Reise.
Phase 1, Traum-Phase
Jeder macht seine eigene Reise. Mit den eigenen inneren Werkzeugen. Einige bewegen sich aufs Eis, wagemutig, gehen an immer weiter geformte innere Grenzen. Andere beginnen langsam den eigenen Prozess zu beobachten und stellen sich darauf in Etappen ein.
Alles fängt mit der eigenen Entscheidung an. Bevor die eigene Weltreise Realität wird, bevor man selbst entschieden hat aufzubrechen, ist Phase 1 wirksam. Phase 1 ist die „Traumphase“ oder auch „Imaginationsphase“. Hier dürfen sie von der eigenen weiten Reise um die ganze Welt träumen. Und sie dürfen diesen inneren Traum jederzeit füttern, mit Büchern, dem Internet, Gedanken und auch der konkreten sprachlichen Wunschäusserung. Sie können Vorträge und Dokumentationen von erfahrenen Weltreisenden besuchen und auch mit ihnen sprechen. Je intensiver sie träumen, desto mehr füttern sie ihre Sehnsucht und Neugierde, beides starke Partner auf ihrer konkreten Reise.
Phase 2, Trennungs-Phase
Doch warum träumen so viele Menschen von der eigenen grossen Reise und nur wenige entscheiden sich, den Traum Wirklichkeit werden zu lassen?
Um etwas zu beginnen, müssen sie etwas aufhören. Das ist eine einfache, nachvollziehbare Regel. Für sie fühlt sich das aber nicht einfach an. „Etwas aufzuhören“ ist genauso wie „loszulassen“. Nicht gerade angenehm, dieses Gefühl oder eben auch ein schweres Gefühl.
Und dies beschreibt die 2. Phase, die „Trennungsphase“. Das Loslassen im Allgemeinen kennen sie aus vielen andern Zusammenhängen. Oft ist ihnen nicht bewusst, dass sie schon eine ganze Menge Übung haben. Wenn sie ihren 4 Wochen Urlaub auf den Malediven verbracht haben und der Rückflug in den Arbeitsalltag ansteht, dann müssen sie sich vom Strand, dem Lebensstil, den Cocktails, der Wärme, der Entspannung und vielen anderen Dingen trennen, um sich auf das Kommende vorzubereiten. Auch kennen sie viel schwerere Trennungen, wie vlt. Arbeitsverlust, Scheidung, Tod eines nahestehenden Verwandten. Diese Art Trennungen sind sehr schmerzlich, dennoch wissen sie auch, wie wichtig es ist, wie sie mit dieser Erfahrung umgehen. Loslassen bringt sie tatsächlich weiter, sogar über eine ihrer inneren Grenzen.
Ist der Traum von der eigenen Weltreise lange genug gewachsen, hat er genug Futter bekommen und hat grössere Aufmerksamkeit in ihren Gedanken, können sie mit dem Loslassen beginnen. Zunächst gedanklich. Die Arbeit muss vielleicht gekündigt werden, Versicherungen, Verträge aufgelöst und die Wohnung verkauft, vermietet oder gekündigt werden, das Auto, die vielen Dinge der Komfortzone, wie Sofa, Möbel, und, und, und. Was geschieht mit Partnerschaft, Ehe oder Familie? Beginnen Sie diese ernsthaften und „Existenz- bedrohenden“ Gedanken, befinden sie sich am Anfang der Trennungsphase. Und diese Phase hat es in sich. Sie hält nach, sie ist schwer, sie ist intensiv und macht Stress. Haben sie sie erst einmal kennengelernt, werden sie feststellen, dass sie immer wieder mal in diese Phase reinrutschen. Sie treffen auf ihrer Weltreise Gleichgesinnte, reisen zusammen weiter und irgendwann trennen sie sich. Sie sind an einem für sie ganz besonderem Ort angekommen, lieben ihn, schätzen ihn, gehen in ihm auf und müssen sich wieder loseisen. Denn sie sind auf ihrer fortwährenden Weltreise.
Sie werden sich „positiv“ trennen. Z.B. von immer wirkenden Mustern in Ihnen, die Ihnen nicht gefallen. Darüber werden Sie sich nicht freuen. Aber darüber, dass Sie in der Lage sein werden, sich von ihnen zu trennen.
Deshalb wirkt die Trennungsphase auch am intensivsten von allen anderen Phasen. Doch sogleich diese Phase es in sich hat, sie ist im Entscheidungsprozess die wichtigste und nachhaltigste Phase. Sie wird sie auch ab und zu daran erinnern, was sie durch den Verlust gewonnen haben.
Sie verlieren alte Muster, Sie gewinnen neue Optionen. Sie entfernen sich von alten Freundschaften, Sie gewinnen neue. Sie verlieren Ihren Job, Sie gewinnen neue Möglichkeiten. Sie verlieren Ihre Komfortzone, Sie gewinnen Gedankenfreiheit. Sie verlieren Geld, Sie gewinnen Erfahrungen. Sie verlieren Materielles, Sie gewinnen den Verlust einer belastenden Anhaftung an die Dinge.
Phase 3, Aktions-Phase
Sind sie erst einmal da durch, haben sich von mehr getrennt, als sie erwartet haben, beginnt die 3.Phase, die „Aktionsphase“. Hier machen sie alles Mögliche. Zum Teil auch ein paar Dummheiten. Sie planen wie verrückt, sie schlafen weniger, sie stehen unter Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. Aber auch Langzeitstress Hormone werden ausgeschüttet, die die Nebennierenrinde auf Hochtrapp bringt. Es sind seit jeh her die Hormone, die den Körper auf eine bestehende Flucht oder einen Kampf vorbereitet. Nicht zu verwechseln ist, das sie im besten Falle eben nicht auf der Flucht sind und deshalb die Reise antreten.
Wie auch immer sie die Aktionsphase gestalten, es ist wichtig, es so zu machen, wie SIE es machen. Dies dient dem gesamten Prozess, vom Träumen von der grossen Reise bis zur Heimkehr nach Hause. Gestalten sie die Aktionsphase chaotisch, werden sie während der Reise umso mehr lernen, sich zu strukturieren. Sind sie in der Aktionsphase ein Liebhaber von grosser Struktur und ein Planungsgenie, werden sie auf der grossen Reise lernen, mal die Dinge laufen zu lassen. So oder so. Es ist IHR Prozess. Es ist IHR Traum. Es ist IHRE grosse Reise.
Sie dachten, das Sie in der Aktionsphase mit all Ihrer Planung schon konkret geworden sind ?
Auch wenn es sich so anfühlt, konkret ist eben noch nichts. Die Aktionsphase ist wackelig, teilweise euphorisch und gemischt mit übertriebenen Vorstellungen und Erwartungen. In dieser Phase könnte ihr Traum gefährdet sein. Entweder von Aussen, indem Freunde, Familie oder Bekannte sie in deren altgewohnte Realität zurück haben wollen, oder durch ihre eigenen Bedenken, die unter dem Aktionismus ruhen.
Es gibt Freunde, die Sie wöchentlich fragen können, „wann geht‘s denn nun los bei dir?“ Oder Familienmitglieder, die fragen können, „hast du dir das auch gut überlegt ?“ Kollegen werden vielleicht bemerken, „du kommst bestimmt nicht wieder, wenn du einmal unterwegs bist…“
Sie selbst werden sich oft genug daran erinnern, dass Sie im Begriff sind, „ALLES“ aufzugeben.
Hier mischen sich Trennungs- und Aktionsphase. Falls Sie also ähnliche Erfahrungen machen werden, wunderbar. Es ist sehr nützlich, dass Sie die Phasen durchlaufen. Ihr Ihnen verinnerlichtes Denk-und Verhaltensmuster wird sich immer wieder an Sie wenden und sich wie ein kleines Kind verhalten. Es möchte Sicherheit von Ihnen, es möchte Geborgenheit und es möchte Überleben. Dies Funktion ist absolut gerechtfertigt, gesund und Teil unserer Überlebensstrategie. Später werden Sie bemerken, dass Sie sich nicht wehren müssen. Dazu besteht keinerlei Anlass. In der Manifestierungsphase werden Sie diese Funktion lieben lernen.
Was all diese Meldungen an Ihr inneres System verursachen, sind Störgefühle. Hier kollidieren verschiedene Denksysteme. Das verursacht Gefühle wie Stress, Angst, Unsicherheit, Melancholie, Gereiztheit, Wut oder auch Schuldgefühle. Während meiner Aktions-Phase habe ich es so erlebt. Als es mir zu intensiv wurde, habe ich mich eines Phasen-Shiftes bedient. Ich habe meine Traum-Phase wieder gefüttert. Ich bin in jeden Live-Diavortrag von Vortragsreisenden gelaufen. Ich habe ihnen Fragen gestellt und habe ihre Bücher gekauft. Da ich keinen Fernseher besass, habe ich im Internet nach Dokumentationen gesucht. Ganz spontan habe ich an einem Wochenende entschlossen die nächste Woche alle Termine abzusagen, um mit dem Motorrad von Köln nach Korsika hin und zurück zu fahren. Das Shiften zwischen den Phasen kann sehr nützlich sein.
Die Aktions-Phase ist hier und da anstrengend, genauso aber gewinnen Sie innerlich auch schon Ansätze von Flügeln. Was die Aktions-Phase ablöst ist einzig und alleine konkretes Handeln.
Phase 4, Konkretisierungs- Phase
Konkretes Handeln ist in dieser Phase das Einhauchen von Leben Ihres Traumes. Hier beginnt eine neue Erfahrung in ihrem emotionalen Spektrum. Seien Sie sicher, dass sie z.B. mit der Betätigung des Anlassers ihres Weltreise-Motorrads, oder dem Start des „All-around-the-world-Fliegers“ auf der Landebahn eine nicht enden wollende Gänsehaut „erleiden“.
Diesen Höhenflug werden Sie nie vergessen. Dieses kribbelnde Gefühl auf der Haut, der aufgeregte Herzschlag, die extrem hohe Wachheit – von einem Moment auf den Anderen sind sie konkret Weltreisender. Sie sind auch schon konkret geworden, wenn Sie in einem Outdoor-Laden jede Menge Ausrüstung gekauft haben, ihre Lebensversicherung einfrieren, mit ihrer Krankenversicherung über eine Anwartschaft sprechen, beim ADAC ein Carnet de Passages organisieren, Ihre Möbel und Hab und Gut einlagern, den Handyvertrag loswerden, jede Menge Kopien wichtiger Unterlagen erstellen und Ihrer Familie übergeben, Freunde einweihen- wann Sie denn losfahren wollen, neue, nützliche Versicherungen abschließen, sich aufwendig impfen lassen, sich beim Tropenarzt schlau machen mit einem Termin, in einer Motorrad-Werkstatt Ihres Vertrauens ein paar Tage schulen lassen, sich mit Ihrer Kameraausrüstung beschäftigen, oder einen kleinen Selbstverteidigungskurs besuchen. Und es gibt noch viel mehr, wo Sie konkret tätig werden können.
Es ist nicht zwingend erforderlich, das Sie jedes konkrete Handeln vorher planen. Das ist unnötiger Stress und baut Druck auf. Lassen Sie sich treiben. Werden Sie mal geplant konkret aktiv und ein anders mal machen Sie es einfach dann, wenn es Ihnen gerade in den Sinn kommt. Es wird vorkommen, dass Sie während Ihrer alltäglichen Arbeit plötzlich Lust haben, konkret zu werden. Dann rufen Sie vielleicht bei einem Ihrer Versicherer an und fragen nach den Kündigungsbedingungen. Gut so. Lassen Sie es Stück für Stück wachsen. Keine Eile.
Wenn Sie eines Tages mitten in Australien entscheiden, jetzt mal am Strand surfen zu lernen, obwohl Sie das Land eigentlich bereisen wollen, dann machen Sie das. Intensives Leben ist nicht planbar, auch wenn wir das scheinbar tun. Intensiv Leben heißt vielmehr, spontan zu entscheiden. Und auf Ihrer Reise können Sie genau das auch wirklich tun.
Phase 5, Drei Monate Bilanz Phase
In der „3 Monate Bilanz Phase“ machen Sie Ihre ersten Weltreise-Erfahrungen. Hier stecken Sie voller Erwartungen. Sie wollen sich vielleicht auch etwas beweisen -oder auch Anderen. Sie sind voller Neugierde, gepaart mit Aufregung, etwas Angst, Euphorie, bedingungsloser Offenheit und wechselnder Selbstsicherheit. Manchmal denken Sie über Ihre Entscheidung nach, stellen sie in Frage oder es kommen Ihnen Heimwehgefühle dazwischen. Die Welt ist fremd, die Menschen sind anders, Ihre Unbekümmertheit wird hier und da hart getestet. Sie treffen vielleicht auf Armut, nicht vorhandene Rechtssysteme, vermüllte Landstriche, überfüllte Millionenstädte oder minimalistische Lebensbedingungen. In den ersten drei Monaten sind extreme Mischgefühle herzlich willkommen. Sie sind vielleicht manchmal schwer auszuhalten, dafür bilden sie aber eine grundsolide Basis für alles noch Kommende. Ihre Wahrnehmung wird trainiert, Ihr Herz geöffnet, Ihre Frustrationstoleranz gefordert, Ihre Geduld auf die Probe gestellt und Ihre Fähigkeiten kommen in richtige Form. Sie werden sich vielleicht in dieser Zeit übernehmen mit Ihren Zielen und Vorhaben oder Sie bleiben erstmal irgendwo eine Zeit lang hängen und kommen nicht so richtig voran. Schreiben Sie. Denken Sie darüber nach, was und vor allem WIE Sie diese Zeit erlebt haben. Stellen Sie sich Fragen. Wie sind Sie durch Schwierigkeiten gekommen, wie haben Sie einsame Tage erlebt, wie gelang es Ihnen, sich auf Fremdheit einzustellen? Sind sie von der Tendenz her ein optimistisch oder ein eher pessimistisch Reisender? Haben sie bemerkt, wie sie diese Tendenz beeinflussen können?
Dann haben Sie diese Phase geschafft.

Phase 6, Innere Reise-Phase
Jetzt beginnt eine hoch wirksame und effektive Zeit. Sie reisen innerlich. Indem Sie permanent die Außenwelt mit Ihrem Innern abgleichen, Ihre Gedanken abwägen, überprüfen und erneut entscheiden- was und wie Sie über die Außenwelt denken wollen, gelingt Ihnen zunächst innere Flexibilität. Sie üben sozusagen neues Denken. Permanent. Während der Reisezeit bemerken Sie, dass Sie nicht nur jede Menge Spaß daran haben, sich immer wieder erneut für andere Gedanken zu entscheiden. Damit durchbrechen Sie vielleicht und sehr wahrscheinlich Ihr altes Denkmuster. Sie haben richtig Freude daran, sich selbst zu steigern. In wertvollen Gedanken. Im Zuge meiner Recherchen und der vielen Gespräche mit Abenteurern und Langzeitreisenden und meiner eignen Reise, habe ich erfahren, dass genau diese Entscheidungsfreiheit Ihrer eigenen Gedanken die wahre Freiheit ist. Nicht eben die überstilisierte Freiheit, endlich frei von Arbeit zu sein oder mehr Zeit zu haben. Sie haben nicht mehr Zeit. Der Tag dauert auch auf den Fidschi Inseln 24 Stunden. Sie haben aber mehr Gedankenfreiheit. Gedanken über sich selbst, die Welt und ihre Zusammenhänge, ihr eigenes Werte Gerüst tief in Ihnen, über ihr bisher verbrachtes Leben, über Ihre Freunde, oder Ihre eignen Unzulänglichkeiten.
Es ist mir sehr wichtig, hier diese Unterscheidung bewusst zu machen. Sie haben mehr Gedankenfreiheit in derselben Zeit. Wenn Sie sich darüber bewusst sind, dann kommen Sie am Ende auch nicht nach Hause und meinen fest stellen zu müssen, dass Sie keine Zeit mehr haben.
Lama Ole Nygdahl unterscheidet zu dem Thema Reise einen erwartenden Verstand und ein tieferes Bewusstsein. Nach den ersten 3 Monaten werden sie also Gelegenheit haben, festzustellen, dass Sie nach allen Ihren Erwartungen etwas hinzugelegt haben. Sie stellen fest, „ich bin nicht mehr die/derselbe“. Damit meine ich nicht, das Sie jemand anders sind. Mit der inneren Reise beginnen Sie aber, an Ihrem grundlegenden inneren System zu arbeiten. Damit sind Sie nicht nur Weltreisende/r auf dem Planet Erde, sondern auch Weltreisende/r innerhalb Ihrer Persönlichkeit.
Phase 7, Manifestierungs-Phase
Ob Sie 1 Jahr reisen, 10 Jahre oder vielleicht für immer, in der Manifestierung-Phase verinnerlichen Sie alle persönlichen Fortschritte, Ihre neue Gedankentechnik, Wertvorstellungen und erlebten Erfahrungen. Wir wissen aus der Neurologie von der Neuroplastizität. Unter neuronaler Plastizität versteht man die Eigenschaft von Synapsen, Nervenzellen, oder auch ganzen Hirnarealen, sich in Abhängigkeit von der Verwendung in ihren Eigenschaften zu verändern (anzupassen). Gedanken formen nicht nur Ihre Persönlichkeit. Sie formen auch Synapsen, Nervenzellen und die Verbindung verschiedener Areale untereinander.
Ein gutes Beispiel für diese geniale biologische Plastizität sind unsere eigenen Denk-oder Verhaltensmuster. Ich habe auf meiner Reise ebenso mich selbst, als auch viele andere Menschen beobachtet. Muster gibt es in uns allen. Egal welcher Art und egal welcher Nationalität oder Herkunft. Muster sind keinesfalls etwas nur Negatives oder Leidliches. Oftmals helfen sie uns durch den Tag, schaffen Orientierung oder das Gefühl von Komfort und Sicherheit. Manchmal aber lohnt sich eine Unterbrechung des eigenen Musters, und oft spüren wir dann auch den Wunsch danach. Wenn Sie das erste Mal nach Nepal reisen, kann es sein, dass Sie auf die Zugewandtheit und Offenheit der Nepalis misstrauisch werden. Sie wollen nichts angedreht bekommen und schon gar nicht reingelegt werden. Eine Art Schutzmuster kommt in Ihnen auf und demnach verhalten Sie sich auch so. Es fühlt sich nicht angenehm an, denn eigentlich wollen Sie ja Land und Leute kennenlernen. Sie werden Ihr eigenes Denken und Verhalten nach einer Weile überdenken. Sind Sie länger unterwegs, wechseln die Kontinente und kommen in Kontakt verschiedener Kulturen, wird Ihnen diese Art Muster nicht mehr gefallen und es wird auch zu einem Hindernis. Da Sie aber reichlich Gedankenfreiheit haben, werden Sie dieses Muster auflösen und sich anders verhalten wollen. Wiederholen Sie das eine ganze Weile, so ist ihr Gehirn in der Lage, diese Musterunterbrechung auch mit neuen Synapsen und neuen Verbindungen der Areale zu „überschreiben“. Auf Ihrer persönlichen Weltreise dient Ihnen ihr Gehirn als gigantischer Festplattenspeicher für alles Erlernte. Kein iPhone 8,9 oder 100 wird dazu je fähig sein. Und es wird auch nicht stolz auf sich selbst sein können.